ken und Kunden vertreiben? „Es stimmt, wir als Zoll nehmen unseren Kontrollansatz ernst. Andere Flughäfen in Europa fahren eine andere Strategie und versuchen so, das Importgeschäft anzulocken. Frankfurt profitiert aber von seiner zentralen Lage und der effizienten Umschlagslogistik vor Ort. Das gleicht mögliche Nachteile bisher aus“, sagt Armin Rolfink, Präsident der Generalzolldirektion. Thomas Greger, stellvertretender Leiter des Hauptzollamts Frankfurt, ergänzt: „Die Händler wollen ja primär nicht den Zoll umgehen, sondern Profit machen. In der rationalen Abwägung führt das meist noch zu Standorttreue und Regelbeachtung.“ Im anschließenden Gespräch mit Gewerkschafts- und Personalratsmitgliedern fragt Volker Geyer gezielt nach: Überstunden, Arbeitsbelastung, Besoldung – wo drückt der Schuh am meisten? „Die Arbeitsbelastung ist enorm. Wir haben 19 Prozent offene Stellen, die wir nicht besetzt bekommen. Das Problem ist dabei nicht die Zahl der Bewerber, sondern leider deren mangelnde Qualifikation. Rund 500 Bewerber haben nicht gereicht, die 65 ausgeschriebenen Stellen für die Laufbahnausbildung im mittleren Zolldienst im Jahr 2025 zu besetzen“, beklagt Florian Preißner, Vorsitzender des Örtlichen Personalrats. „Das erhöht für uns den Arbeitsdruck und treibt die Überstundenkonten hoch“, ergänzt Katharina Christ. Die Zöllnerin nimmt selbst inzwischen eine A12er-Stelle wahr, wird aber nur nach A 10 besoldet. Druck machen die Kolleginnen und Kollegen sich zudem selbst, denn sie wissen natürlich um die wirtschaftlichen Auswirkungen ihrer Arbeit und die Abhängigkeit vieler Kunden von einer zügigen Abfertigung am Flughafen. „Wenn wir nicht schnell sind, steht vielerorts die Produktion in den Unternehmen still.“ Weitere wichtige Themen vor Ort sind die Wohnsituation und die Mietpreise in der Main-Metropole, die Wochenarbeitszeit sowie die dringend nötige Dienstrechtsflexibilisierung. Volker Geyer ist beeindruckt von der Arbeit der Zöllnerinnen und Zöllner am Frankfurter Flughafen und will sich weiter intensiv für die Verbesserung der Arbeits- und Bezahlbedingungen einsetzen: „Die Arbeitsplätze hier haben sich in den letzten 20 Jahren extrem verändert. Das schiere Frachtvolumen, die immer komplexeren Kontrollprozesse und die technischen Neuerungen laden den Kolleginnen und Kollegen große Verantwortung auf. Dienstrecht und Eingruppierung haben damit überhaupt nicht Schritt gehalten. Wir werden das also als dbb gegenüber der Bundesregierung in den anstehenden Diskussionen um die Staatsreform nachdrücklich thematisieren.“ _ > 1 256 Beschäftigte (Personalbedarf 1 495) > 20 Liegenschaften > Einnahmen des HZA Frankfurt 2024: 7,4 Milliarden Euro Abgaben, 1,53 Milliarden Euro Verbrauchsteuern > Zollamt Frankfurt am Main – Flughafen: 460 Beschäftigte > jährliches Aufkommen am Cargo-Flughafen: 2,1 Millionen Tonnen > 246 Millionen Zollabfertigungen Das Hauptzollamt (HZA) Frankfurt … ist die größte Fachgewerkschaft für die Beschäftigten im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen. Seine rund 26 000 Mitglieder gehören im Wesentlichen der Bundeszollverwaltung und dem Bundesministerium der Finanzen an. Der Vertretungsbereich erstreckt sich von den Generalzolldirektionen, Hauptzollämtern, Zollämtern, dem Zollkriminalamt und den Zollfahndungsämtern bis zum Bundesministerium der Finanzen, dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) und dem Informationstechnikzentrum Bund. Bundesvorsitzender des BDZ ist Thomas Liebel. Der BDZ Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft … Volker Geyer im Gespräch mit dem ÖPR-Vorsitzenden Florian Preißner und den anderen Kolleginnen und Kollegen vom Örtlichen Personalrat. David Klein, Zollamtsleiter am Flughafen, erklärt die logistischen Abläufe vom Flugfeld bis zur Weiterverladung in den Lkw. In Frankfurt kommen 600 000 Pakete pro Tag an, ein Großteil inzwischen als E-Commerce aus China. © Daniela Mortara (4) INTERN 29 dbb magazin | Januar/Februar 2026
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