troffenen Bürgerinnen und Bürgern für die damit verbundenen Probleme, aber die Arbeitgebenden lassen uns keine Wahl.“ Bundesweite Warnstreiks Bereits nach dem erfolglosen Verhandlungsauftakt im Dezember hatte Geyer fehlendes Verantwortungsbewusstsein auf der Arbeitgeberseite kritisiert: „Tarifverhandlungen zu führen, bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Die demografischen Realitäten treffen den öffentlichen Dienst jetzt und nicht erst in ferner Zukunft. Die Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit dem Staat rührt auch daher, dass er an zu vielen Stellen nicht mehr ordentlich funktioniert. Dazu fehlt es nämlich allerorten an Personal.“ Um den Druck zu erhöhen, erteilte der dbb seinen Fachgewerkschaften die Streikfreigabe. Tausende folgten den Aufrufen und zeigten bundesweit Flagge für einen zukunftsfähigen öffentlichen Dienst. In Düsseldorf gingen am 9. Dezember 2025 mehr als 200 Beschäftigte auf die Straße. „Ohne konkurrenzfähige Bezahlung verlieren wir die Menschen, die unser Gemeinwesen am Laufen halten. Gute Arbeitsbedingungen sind kein Luxus. Öffentliche Daseinsvorsorge gibt es nicht mit Beschäftigten am Limit, sondern nur mit Respekt und guter Entlohnung“, sagte Roland Staude, Vorsitzender des DBB NRW. „Wer Recht und Gesetz in diesem Land stärken will, muss diejenigen stärken, die sie tagtäglich in den Gerichten und Gefängnissen vom Theoretischen ins Praktische holen. Das erfordert Wertschätzung, und die zeigt sich nicht in Worten, sondern in fairen Einkommen“, fügte Klaus Plattes, Landesvorsitzender der Deutschen Justiz-Gewerkschaft (DJG) NRW hinzu. Die Kundgebung war Teil eines bundesweiten Aktionstages. Neben Düsseldorf wurde auch in Hamburg, Halle an der Saale, Saarbrücken, Neumünster sowie an verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen demonstriert. „Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein“, sagte Hermann-Josef Siebigteroth, Bundesvorsitzender der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten (VDStra.), am 9. Dezember in Ansbach. „In Deutschland gibt es Straßenmeistereien, in denen Beschäftigte sowohl nach TVöD als auch nach TV-L bezahlt werden. Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass die Kolleginnen und Kollegen, die bei einem Bundesland angestellt sind, schlechtere Konditionen hinnehmen müssen.“ Cornelia Deichert, Mitglied der Geschäftsführung der dbb-Bundestarifkommission (BTK), kritisierte die angesichts der Arbeitsbelastung nicht mehr zeitgemäßen Zeitzuschläge: „Wir brauchen eine deutliche Erhöhung. Und es gibt noch viele weitere Baustellen, die wir endlich anpacken müssen. Zum Beispiel ist die Angleichung der Arbeitsbedingungen des Tarifgebiets Ost an das Tarifgebiet West längst überfällig.“ Beamte abgekoppelt Bereits vor Beginn der Einkommensrunde hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, das zu erzielende TarifVolker Geyer vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde am 15. Januar 2026 in Potsdam. Kundgebung am 6. Januar 2026 in Kiel. dbb-Tarifchef Andreas Hemsing (Bildmitte) am 18. Dezember 2025 auf einer Demonstration in Berlin. © Maximilian Gödecke © Friedhelm Windmüller © Friedhelm Windmüller © Friedhelm Windmüller AKTUELL 7 dbb magazin | Januar/Februar 2026
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==