ergebnis erst sechs Monate später auf die Beamtinnen und Beamten übertragen zu wollen. „So etwas hat es bisher nicht gegeben“, kritisierte Rainer Nachtigall, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbunds (BBB). „Es wäre angebracht, wenn der Ministerpräsident die Arbeit der Beamtinnen und Beamten wertschätzen würde. Deshalb erwarten wir selbstverständlich die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses, im Übrigen auch in den anderen Bundesländern!“ Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, unterstrich die Notwendigkeit, den öffentlichen Dienst attraktiver für Nachwuchskräfte zu machen: „200 Euro mehr für Auszubildende, Studierende sowie Praktikantinnen und Praktikanten, das sollte den Ländern die Zukunft des öffentlichen Dienstes wert sein.“ Im saarländischen Neunkirchen demonstrierten am 17. Dezember mehr als 150 Beschäftigte des Landesamtes für Straßenbau. „Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass Beschäftigte im Saarland schlechtere Konditionen hinnehmen müssen als etwa Kommunalbeschäftigte. Wir fordern gleiches Geld für gleiche Arbeit!“, so Sascha Alles, Landesvorsitzender des dbb saar. Thomas KriebsZimmermann von der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten (VDStra.) betonte: „Die Bundesregierung schüttet viele Milliarden für den Ausbau und die Sanierung der Infrastruktur aus. Die Umsetzung funktioniert aber nur mit gut ausgebildetem Fachpersonal, welches nicht mit Kleingeld abgespeist werden darf!“ Auch Einsatzkräfte der Polizei demonstrierten bundesweit für eine gerechte Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen. An rund 30 Standorten nahmen Polizistinnen und Polizisten an aktiven Mittagspausen teil, um Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) aufzubauen. In Hamburg versammelten sich mehr als 300 Beschäftigte. Der stellvertretende Landesvorsitzende und Landesstreikleiter des dbb hamburg, Michael Adomat (DPolG), sagte: „7 Prozent, mindestens aber 300 Euro mehr – für echte Wertschätzung statt warmer Worte –, damit mehr auf den Tisch kommt als nur eine warme Suppe!“ Ohne Lehrkräfte keine Fachkräfte – diese Botschaft unterstrichen Lehrerinnen und Lehrer auf Aktionen in ganz Deutschland, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bundesverband für Lehrkräfte in der Berufsbildung (BvLB) organisiert hatten. Demo vor Finanzministerkonferenz Am 18. Dezember 2025 kam es in Berlin, Schwerin und Düsseldorf zu Kundgebungen. In Berlin verdeutlichte Andreas Hemsing, Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb, den Ernst der Lage: „Einkommensrunden sind nie einfach, aber dieses Mal wird es besonders herausfordernd. Wenn die TdL meint, uns in diesem Winter die kalte Schulter zeigen zu können, werden wir ihnen bis zu den nächsten Verhandlungen ordentlich einheizen. Denn eine Tariferhöhung ist kein Weihnachtsgeschenk, wir müssen sie hart erkämpfen.“ In Schwerin erklärte der dbb-Landeschef Dietmar Knecht: „Die TdL mauert.“ Knecht unterstützte die Landesbeschäftigten aus Mecklenburg-Vorpommern in ihrer Protestwoche unter dem Motto „JETZT SCHLÄGT’S 13!!“, die von täglichen Mahnwachen vor der Staatskanzlei begleitet wurde. „Mit Blick auf die anstehenden Feiertage und mit Rücksicht auf die Bevölkerung sind wir bisher noch zurückhaltend. Aber: Wir lassen nicht locker“, so Knecht. In Düsseldorf sagte Andreas Hilgenberg, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundesverbands der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB): „7 Prozent sind kein Luxus, sondern notwendig, um den öffentlichen Dienst – insbesondere die Schulen – handlungsfähig zu halten.“ Vor dem Start der zweiten Runde in Potsdam hatten sich Beschäftigte am 15. Januar in Kolleginnen und Kollegen aus Finanzverwaltung und Polizei demonstrierten am 16. Januar 2026 vor dem Bundesrat, wo die Finanzministerkonferenz tagte. Die Jann-Berghaus-Brücke im niedersächsischen Leer wurde am 16. Dezember 2025 wegen eines Warnstreiks für den Verkehr gesperrt. © Jan Brenner © Gerhard Sander 8 AKTUELL dbb magazin | Januar/Februar 2026
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