GEWERKSCHAFTEN Auf dem 26. Bundeskongress der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) haben die Delegierten am 20. April 2026 in Berlin eine neue Bundesleitung gewählt. Heiko Teggatz folgt als Bundesvorsitzender auf Rainer Wendt, der nach rund 19 Jahren an der Spitze der DPolG nicht erneut kandidiert hatte. Zu seinem 1. Stellvertreter wählten die Delegierten Ralf Kusterer aus Baden‑Württemberg. Weitere stellvertretende Bundesvorsitzende sind Markus Sehn (Saarland), Thomas Jungfer (Hamburg), Thorsten Grimm (Bayern) sowie Olaf Sendel (Sachsen‑Anhalt). Manuel Ostermann ist neuer Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizei. In seiner Antrittsrede setzte der neue Bundesvorsitzende klare Schwerpunkte für die gewerkschaftliche Arbeit in den kommenden Jahren. Mit großer Sorge verwies er dabei auf die seit Jahren ansteigende Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte: „Menschen, die tagtäglich für unsere Sicherheit sorgen, geraten zunehmend selbst ins Visier von Gewalt. Die Lage für Einsatzkräfte ist hoch angespannt, vielerorts sehen sie sich brutalen und teils lebensgefährlichen Angriffen ausgesetzt. Besonders im Umfeld von Demonstrationen nimmt die Gewaltbereitschaft deutlich zu. Gewalt gegen Einsatzkräfte ist inakzeptabel und darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben!“ Der Bundesvorsitzende des dbb, Volker Geyer, gratulierte Heiko Teggatz, der auch dbb-Vize ist, zur Wahl zum DPolG-Bundesvorsitzenden: „Seit 2022 arbeiten wir in der dbb-Bundesleitung vertrauensvoll zusammen. Mit dir, lieber Heiko, bekommt die DPolG einen durchsetzungsstarken Experten an der Spitze, der die Sache der Polizistinnen und Polizisten überzeugend vertritt. Den dbb hast du dabei an deiner Seite.“ Geyer würdigte in seiner Ansprache Rainer Wendt: „Wie kaum ein anderer Gewerkschafter hast du es verstanden, Politik und Öffentlichkeit das Wirken der Polizei zu erklären und, wenn nötig, auch mit pointierten Aussagen auf die Missstände im Bereich der inneren Sicherheit hinzuweisen. Lieber Rainer, für deinen unermüdlichen Einsatz sind dir alle Kolleginnen und Kollegen, ist dir der dbb zu Dank verpflichtet.“ DPolG Heiko Teggatz ist neuer Bundesvorsitzender Die neue DPolG-Bundesleitung: Markus Sehn (LV Saarland), Olaf Sendel (LV SachsenAnhalt), Thorsten Grimm (LV Bayern), Bundesvorsitzender Heiko Teggatz (BPolG), Ralf Kusterer (LV Baden-Württemberg) und Thomas Jungfer (LV Hamburg) (von links). Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen treibt die Modernisierung des öffentlichen Dienstes mit einem umfassenden Maßnahmenpaket voran. In einem gemeinsamen Prozess mit den gewerkschaftlichen Spitzenverbänden wurden zentrale Reformvorhaben erarbeitet, die die Bereiche Arbeitszeit, Altersgeld, Jobrad, New Work und das Zulagenwesen betreffen. Das vorgestellte Maßnahmenpaket zentraler Eckpunkte mit neun konkreten Reformvorhaben bewertet Roland Staude, 1. Vorsitzender des DBB NRW: „Im Rahmen eines positiven, kritischen Dialogs zwischen der Landesregierung und den gewerkschaftlichen Spitzenverbänden haben wir einen guten Kompromiss gefunden, den öffentlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen in die Zukunft zu führen, um im steten Wettbewerb um die besten Fachkräfte auch mit der Wirtschaft mithalten zu können.“ Die von der Landesregierung angekündigte Einführung eines Lebensarbeitszeitkontos zur Verbesserung des Übergangs in den Ruhestand begrüßt der DBB NRW. „Damit wird eine seit Langem vom DBB NRW erhobene Forderung umgesetzt. Zudem bringt das vorgestellte Modell endlich Bewegung in die festgefahrene Arbeitszeitfrage. Dies ist ein erster notwendiger und wichtiger Schritt, wettbewerbsfähige Arbeitszeiten für den öffentlichen Dienst in NRW zu erreichen“, so Staude. Weiter verbesserten die Ausweitung der Arbeitszeitregelung sowie die Umsetzung von Co-Working- und Shared-Working-Angeboten im öffentlichen Dienst die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Karriere. „Durch die strukturelle Reform des Zulagen- und Vergütungswesens werden zudem gefühlte und tatsächliche Ungerechtigkeiten reduziert und die Höhe der Zusatzbeträge im Rahmen einer Pauschalierung an die Ansprüche der Zeit angepasst. Das ist ein echter Beitrag zur Entbürokratisierung und Staatsmodernisierung.“ DBB NRW Modernisierungsoffensive auf der Zielgeraden Roland Staude, Vorsitzender des DBB NRW © Marco Urban 42 KOMPAKT dbb magazin | Mai 2026
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