dbb magazin 5/2026

ren verhindern Kollisionen mit dem Rollstuhl, und Notstoppfunktionen sorgen für Sicherheit, falls versehentlich etwas eingeklemmt wird. Viele dieser Lösungen sind modular nachrüstbar: Ein elektrisch höhenverstellbarer Küchentisch kann der erste Schritt in Richtung barrierearmes Kochen sein. Auch bei der Hausarbeit übernehmen smarte Helfer Routinen. Staubsauger‑ und Wischroboter sind inzwischen Standardprodukte, deren Potenzial für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen enorm ist. Wer nicht stehen oder sich nicht bücken kann, spart mit einem zuverlässigen Reinigungsroboter spürbar Kraft und Zeit. Zukünftige Geräte koppeln die Reinigung an Sensoren und Szenarien: Wird die Wohnung verlassen, startet die Reinigung automatisch; meldet ein Sensor besonders häufig Schmutz in einem Bereich wie dem Flur, passt der Roboter seine Fahrpläne an und kommt dort öfter vorbei. Hinzu kommen kleinere Helfer wie smarte Steckdosen an den richtigen Stellen wie an der Kaffeemaschine oder beim Wasserkocher, um Wege mit heißen Flüssigkeiten zu minimieren. Eine tägliche Hürde kann auch die Bewegung in der Wohnung sein, wenn die Motorik beeinträchtigt ist. Türen, Schwellen und enge Durchgänge entscheiden darüber, ob man sich frei bewegen kann oder nicht. Intelligente Türantriebe, Motorschlösser und elektrische Türöffner machen es möglich, Haustür, Wohnungstüren oder die Balkontür per Funktaster, App oder Sprachbefehl zu öffnen und zu schließen. Gleichzeitig bietet vernetzte Sicherheitstechnik mehr Kontrolle. Videotürsprechanlagen lassen sich auf Tablet oder Smartphone anzeigen. Bewegungsmelder schalten automatisch das Licht in Fluren und auf dem nächtlichen Weg ins Bad ein, ohne dass nach Schaltern gesucht werden muss. Sensoren melden offene Fenster oder Türen aufs Smartphone und helfen so auch Menschen, die aus kognitiven oder motorischen Gründen leicht den Überblick verlieren. Zentrale Bedienkonzepte und soziale Roboter Entscheidend für ein individuell angepasstes Smarthome-­ Konzept ist seine Bedienbarkeit. Gerade für Menschen mit eingeschränkter Hand‑ oder Armfunktion ist es entscheidend, dass Funktionen nicht an kompliziert aufgebaute Bedienpanels oder kleine Schalter gebunden sind. Intelligente Systeme ermöglichen parallele Bedienwege: klassische Taster an gut erreichbaren Stellen, Wand-Panels mit großen Schaltflächen, individualisierte Apps auf Tablet oder Smartphone und Sprachsteuerung über smarte Lautsprecher oder das Handy. Wer schlecht sprechen kann, greift eher auf Taster und Apps zurück; wer die Hände nicht einsetzen kann, profitiert besonders von gut abgestimmter Sprachbedienung. Zukunftsträchtig sind individuell anpassbare Benutzeroberflächen. Statt sich durch komplexe Menüs zu tippen, lässt sich ein Startbildschirm so gestalten, dass wenige, wichtige Szenen im Vordergrund stehen. Denkbar sind auch Profile für unterschiedliche Personen im Haushalt, etwa wenn Assistenzkräfte bestimmte Funktionen bedienen, die Bewohnerin oder der Bewohner selbst aber nur eine übersichtliche Auswahl benötigt. Eine spannende Weiterentwicklung sind Schnittstellen zu alternativen Eingabegeräten, zum Beispiel für Kopf‑ oder Augensteuerung. Wie Forschungsergebnisse den Alltag verbessern können, zeigt unter anderem das Kompetenzzentrum soziale Robotik „RuhrBots“, © Unsplash.com/Galina Nelyubova FOKUS 15 dbb magazin | Mai 2026

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