dbb magazin 5/2026

das bürgernahe soziale Roboter in den Stadtverwaltungen der Metropolregion Ruhr erforscht. Sie werden hierzu in verschiedenen Einrichtungen der Stadtverwaltungen eingesetzt und gemeinsam mit den Beschäftigten, Bürgerinnen, Bürgern und dem interdisziplinären Forschungsteam gestaltet und weiterentwickelt. Hierdurch sollen Nutzungshürden reduziert, die sozialen Roboter nahbarer und ihre Fähigkeiten im Umgang mit der Vielfalt der Menschen trainiert werden. Das Kompetenzzentrum RuhrBots bündelt Kenntnisse zum Einsatz von robotischen Systemen im öffentlichen Dienst und ist damit Anlaufstelle für Anfragen öffentlicher Bereiche des Ruhrgebiets für robotische Unterstützung. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium gefördert und zeigt, wie Technologie, die heute in öffentlichen Gebäuden erprobt wird, morgen in privaten Wohnungen ankommen kann. Arbeiten, Freizeit, Regeneration: aktiv im Leben Viele Menschen mit körperlicher Behinderung möchten aktiv am Arbeitsleben teilnehmen und gesellschaftlich partizipieren. Das smarte Zuhause ist dann nicht Rückzugsort, sondern wird zur Basisstation für einen möglichst mobilen Alltag. HomeofficeArbeitsplätze können mit elektrisch verstellbaren Schreibtischen, ergonomischen Stühlen und angepasster Beleuchtung kombiniert werden, damit längeres Arbeiten auch bei eingeschränkter Beweglichkeit möglich bleibt. Lichtfarbe und Helligkeit lassen sich an Tageszeit und persönliche Bedürfnisse anpassen, was gerade bei Fatigue oder Schmerzsymptomatik eine wichtige Rolle spielt. Auch in der Freizeit eröffnet Technik neue Spielräume: Medientechnik lässt sich barrierearm organisieren, vom barrierefrei bedienbaren TV‑Gerät bis zum Musiksystem, das auf Sprachbefehle reagiert. Smarthome-Szenen, also programmierte Abfolgen von Befehlen, sind mehr als nur praktisch: Eine auf Knopfdruck startende „Filmabend“-Szene mit gedimmtem Licht, geschlossenen Rollläden und angepasster Lautstärke kann für ein Gefühl von Normalität sorgen, ohne dass zehn mühsame Handgriffe nötig sind. Ziel ist es, die Technik möglichst unsichtbar im Hintergrund arbeiten zu lassen und Platz für das eigentliche Leben zu schaffen. Innovationen mit Zukunftspotenzial Besonderes Potenzial haben Assistenzroboter, die mehr können als nur saugen oder wischen. Forschungsprojekte arbeiten an mobilen Robotern, die Gegenstände holen, Getränke bringen, Türen bedienen oder einfache Handreichungen übernehmen. Noch sind solche Systeme teuer und technisch anspruchsvoll, doch sie werden zunehmend für den Einsatz im privaten Bereich weiterentwickelt. Kombiniert mit künstlicher Intelligenz und Spracherkennung könnten sie vor allem Menschen unterstützen, die nur noch sehr begrenzt selbst greifen können, aber geistig voll aktiv sind. Ein weiterer Bereich ist die nahtlose Integration smarter Hilfsmittel in standardisierte Gebäudetechnik. Offene Hausautomationssysteme ermöglichen es, motorisierte Fenster, Rollos, Türen, Heizungen und Licht unterschiedlicher Hersteller unter einer Oberfläche zu steuern. Für Menschen mit Behinderung bedeutet das weniger Insellösungen. Gleichzeitig steigt allerdings die Bedeutung von Datenschutz und IT-Sicherheit, denn wer sein Zuhause vernetzt, möchte nicht, dass sensible Bewegungs- und Verhaltensdaten unkontrolliert ausgewertet werden. Wer soll das bezahlen? Hightech-Lösungen lassen sich zwar nicht aus der Portokasse finanzieren, aber es gibt Wege zur Kostenübernahme oder Förde­ © Unsplash.com/Getty Images (3) 16 FOKUS dbb magazin | Mai 2026

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