dbb magazin 5/2026

Jede Behinderung ist anders: Menschen mit Handicap erhalten in Ulm passgenaue Berufsberatung. Beide Systeme – regulärer und zweiter Arbeitsmarkt – müssen parallel bestehen, beide haben ihre Daseinsberechtigung.“ Der Schlüssel zu einem guten Miteinander sei, einander zuzuhören und nachzufragen. „Wenn das gegeben ist, sind wir als Gesellschaft auf dem richtigen Weg!“ Alwin Schuler, der Experte für Arbeitsförderung, vertritt eine ganz ähnliche Haltung: „In manchen Fällen ist eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen die bessere Wahl ist“, sagt er. „Denn es ist für Betroffene nicht erfüllend, wenn sie nur wegen der Inklusion im Job sind“ – es gehe immer auch darum, Selbstwirksamkeit zu erfahren. Deshalb dürfe man Inklusion nicht um jeden Preis erzwingen; in der Praxis ist das oft eine Gratwanderung. Differenzierung und individuelle Angebote seien auch in der Bildung wichtig, unterstreicht Schuler: „Ich selbst habe in der Blindenschule stark davon profitiert, dass es zum Beispiel einen speziellen Kochkurs gab“ – Gehörlose oder Menschen mit geistigen Einschränkungen hätten wiederum andere Bedürfnisse. „Es ist sehr schwierig, in der Regelschule entsprechende Angebote zu schaffen und allen Bedürfnissen gerecht zu werden.“ cdi FOKUS 23 dbb magazin | Mai 2026

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==