EinkommensrundeEine bessere Bezahlung ist das Mindeste, was die Länder tun können
Tausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Länder haben auch in dieser Woche für eine faire Bezahlung demonstriert.
Nach tagelangen Warnstreiks in ganz Sachsen kamen am 29. Januar 2026 2.500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zur großen Abschluss-Demo in Dresden zusammen. Dort kritisierte der dbb Bundesvorsitzende Volker Geyer die Rhetorik der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL): „Wir mussten uns anhören, dass unsere Forderungen ‚astronomisch‘ seien. Das eigentliche Astronomische am öffentlichen Dienst sind aber die Überstundenberge, die die Kolleginnen und Kollegen anhäufen müssen, weil ihnen stetig neue Aufgaben übertragen werden.“ Statt auf fremden Sternen zu leben, solle die TdL wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Geyer habe Verständnis, dass die Finanzlage im Länderhaushalt angespannt sei. Aber: „Die Finanzlage der Beschäftigten ist ebenfalls angespannt. Das scheint der TdL aber egal zu sein.“ Zuletzt waren die Mieten sogar stärker gestiegen als die Inflation. „Wir brauchen eine Verbesserung der Einkommen, die es mit der Inflation aufnehmen kann“, unterstrich der dbb-Chef.
Nannette Seidler, Landesvorsitzende des Sächsischen Beamtenbunds SBB, ergänzte: „Wie will die Politik den Staat wieder fit machen will, wenn sie den Beschäftigten konstant Bremsklötze in den Weg legt? Die Länder müssen für eine bessere Bezahlung sorgen, sonst wandern ihnen die Beschäftigten in die Privatwirtschaft ab.“ Stattdessen betreibe sie ein nie dagewesenes Beamten-Bashing und ein Schlechtreden des öffentlichen Dienstes. „Wie will denn die Politik so neue Arbeitskräfte gewinnen und Bestandspersonal halten? Die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen verbessern ist an diesem Punkt das Mindeste, was die Länder für ihre Beschäftigten tun können“, betonte Seidler.
Am Vortag demonstrierten über 500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Magdeburg für faire Bezahlung, bessere Perspektiven und Entlastung im Rahmen der Einkommensrunde. Maik Wagner, dbb-Vize und Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS), machte deutlich, welche Erwartungen die Beschäftigten an die Arbeitgeberseite haben: „Wir erwarten zu Recht ein wertschätzendes Angebot.“ Zugleich betonte er die besondere Verantwortung der Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst: „Wir sorgen 365 Tage im Jahr für Sicherheit in unserem Land.“ Wagner unterstrich außerdem die Bedeutung attraktiver Rahmenbedingungen: „Der öffentliche Dienst in Sachsen-Anhalt muss ein attraktiver Arbeitgeber bleiben.“
Ulrich Stock, Landesvorsitzender des dbb sachsen-anhalt, kritisierte die Haltung der Länder deutlich: „Attraktivität eines Arbeitgebers beginnt bei der Entlohnung.“ Die häufig vorgebrachte Argumentation der Arbeitgeber wies er zurück: „Die Länder argumentieren oft mit der Sicherheit der Arbeitsplätze. Sicherheit zahlt aber keine Rechnungen.“
In der laufenden Einkommensrunde des öffentlichen Dienstes der Länder fordern die Beschäftigten eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens aber 300 Euro monatlich. Auszubildende, Studierende, Praktikantinnen und Praktikanten sollen monatlich 200 Euro mehr bekommen.
Hintergrund: Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 11.-13. Februar 2026 vereinbart. Alle Infos gibt es unter www.dbb.de/einkommensrunde.


