Einkommensrunde der LänderOhne Nachwuchskräfte hat der öffentliche Dienst keine Zukunft
Der Staat wirbt in aufwendigen Kampagnen um Fachkräfte – und vergisst dabei, worauf es wirklich ankommt, kritisiert die dbb jugend nrw.
„Alle reden immer vom Fachkräftemangel, aber reden allein nützt nichts, wir brauchen konkrete Taten“, sagte Nicole Schorn, Vorsitzende der dbb jugend nrw, am 29. Januar 2026 auf einer Kundgebung vor dem Finanzministerium in Düsseldorf. „Denn nur Taten machen den öffentlichen Dienst zukunftsfest. Gerade für junge Menschen, die sich noch in der Ausbildung befinden und keine finanziellen Rücklagen haben, zählt jeder Euro. Es ist doch offensichtlich, dass für dasselbe Geld im Supermarkt immer weniger auf dem Kassenband liegt. Und auch die Mieten gehen in den Großstädten nicht erst seit gestern durch die Decke. Deshalb fordern wir 200 Euro mehr Einkommen für Auszubildende, Studierende sowie Praktikantinnen und Praktikanten im öffentlichen Dienst!“
Weiterhin kommt es darauf an, junge Menschen bei den Mobilitätskosten zu entlasten, betonte Schorn. „Wir erwarten, dass die Arbeitgebenden ein Wahlmodell einführen. Junge Nachwuchskräfte sollen sich zwischen einem Deutschlandticket oder einem Tankkostenzuschuss in Höhe von 50 Euro entscheiden können. Der Staat kann es sich nicht leisten, dass sich junge Menschen wegen ausufernder Mobilitätskosten gegen eine Karriere im öffentlichen Dienst entscheiden.“
Gute Daseinsvorsorge gelingt nur mit konkurrenzfähiger Bezahlung
Jan Hebig, Vorstandsmitglied der dbb jugend nrw, unterstrich die Bedeutung eines handlungsfähigen öffentlichen Dienstes. „Ohne Lehrkräfte keine Bildung, ohne Polizei keine Sicherheit, ohne Pflegekräfte in den Unikliniken keine Gesundheitsversorgung“, sagte er. „Gute Leute gibt es nur für eine gute, konkurrenzfähige Bezahlung. Und die brauchen wir, um den enormen Aufgaben in der Daseinsvorsorge gerecht zu werden. Deshalb ist nicht zuletzt die Forderung nach sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch 300 Euro, mehr als gerechtfertigt!“
Hintergrund: Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. bis 13. Februar 2026 vereinbart.



