Verband Bildung und Erziehung (VBE)Umfrage zu Bildungschancen: Bildungsgerechtigkeit durch regionale Eigenverantwortung
Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) hat am 29. Januar 2026 mit Blick auf die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, welche die Deutsche Telekom Stiftung in Auftrag gegeben hat, mehr Eigenverantwortung der Schulen gefordert.
„Uns freut es sehr, dass die allermeisten Befragten in der eigenen Kommune gute Bildungschancen für Kinder sehen. Dass diese ungleich verteilt sind, muss man sehr differenziert betrachten. Während laut Umfrage die Schulen in der Stadt mit mehr MINT-Angeboten und Informatik-AGs aufwarten, ist das Lernen in Schulen auf dem Land beschaulicher, familiärer und bietet in kleineren Klassen bessere Fördermöglichkeiten. Beides hat Vorteile und zahlt auf die Bildungserfolge von Kindern ein. Wir müssen es aber besser schaffen, gute Bedingungen für alle zu ermöglichen. Die Befragung zeigt sehr deutlich, wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen an den einzelnen Schulen sind. Daraus kann nur resultieren, dass Bildungspolitik regional gezielt ausgerichtet sein muss. Wir brauchen mehr Eigenverantwortung der Schule“, so Neckov.
Zentral für die Zusammenarbeit von Schulen, außerschulischen Partnern, den kommunal Verantwortlichen und weiteren Organisationen sind funktionierende Netzwerke. Dass diese noch nicht überall etabliert sind, verhindert erfolgreiches Zusammenwirken. Der VBE-Chef machte deutlich: „Wir müssen heute Strukturen etablieren, welche Kinder und Jugendliche bestmöglich dabei unterstützen, fit für ‚Morgen‘ zu werden. Dafür ist es unbedingt notwendig, Lehrkräfte nicht mehr alleine zu lassen, sondern sie zu befähigen, in multiprofessionellen Teams zusammenzuarbeiten und Netzwerke zu bilden, die alle relevanten Akteure zusammenbringen.“
Und noch etwas ist Neckov wichtig: „Dreh- und Angelpunkt ist die Partizipation von Schülerinnen und Schülern. Sie wissen am besten, welche Angebote fehlen, womit sie unzufrieden sind und was sie an ihrer Bildungsinstitution schätzen. Gleichwertige Lebensverhältnisse beginnen damit, ihnen überall die Möglichkeit zu geben, mitzubestimmen.“ Er verweist damit auch auf die Ergebnisse des Bürgerrat Bildung und Lernen, deren Empfehlungen vielfach auf die Partizipation und Demokratieerfahrungen von Kindern und Jugendlichen abzielen.


